Endometriose und ein erfülltes Sexleben: Geht das? Wenn eine Erkrankung starke Unterleibsschmerzen verursacht, ist es nicht leicht, Sexualität unbeschwert zu genießen. Heute gebe ich euch ein paar Tipps, wie ihr die Schmerzen lindern und eure Sexualität wieder für euch entdecken könnt.
Was ist Endometriose?
Über Endometriose wird immer häufiger gesprochen, und das ist gut so. Aber was genau ist das eigentlich?
Endometriose ist eine chronische gynäkologische Erkrankung, die menstruierende Menschen betrifft. Das Endometrium, eine Schleimhaut im Inneren der Gebärmutter, verändert sich im Laufe des Hormonzyklus. Wenn sich keine befruchtete Eizelle einnistet, wird es abgebaut und ausgeschieden – die Person wird also nicht schwanger. Dieser Vorgang ist schlicht und einfach die Menstruation.
Bei Menschen mit Endometriose befindet sich dieses Gewebe jedoch außerhalb der Gebärmutterhöhle und wird deshalb nicht wie üblich abgebaut. Es kann dann verschiedene Symptome verursachen, die von Person zu Person unterschiedlich sind.
Die Symptome
Chronische Schmerzen, deren Stärke und Häufigkeit variieren können, treten meist während der Menstruation und/oder des Eisprungs auf, aber auch beim Sex. Letzteres nennt man Dyspareunie.
Diese starken Schmerzen können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Schwindel, Erbrechen, Unwohlsein … Auch das Intimleben der Betroffenen leidet unmittelbar darunter. Für manche ist dieser Bereich so empfindlich und die Angst vor Schmerzen so groß, dass Sex schlichtweg nicht möglich ist.
Und wie sieht es mit Sex aus?
Eine Erkrankung, die mit chronischen Schmerzen, unregelmäßigen Hormonzyklen und Schmerzen beim Sex einhergeht, wirkt sich zwangsläufig negativ auf die Intimität der Betroffenen und ihrer Partnerinnen oder Partner aus.
Dabei treten mehrere Schwierigkeiten auf. Laut einer Umfrage von Endo France betrifft eine geringere Libido 71 % der Betroffenen. Hinzu kommt die Angst vor starken Schmerzen beim Sex – so sehr, dass viele Betroffene lieber ganz darauf verzichten.
Zugegeben, das klingt alles beunruhigend – und das zu Recht. Zum Glück wissen wir heute aber auch, dass es Möglichkeiten gibt, besser mit Endometriose zu leben.
Wie wäre es, wenn wir erst einmal darüber reden?
Das Erste, was ihr tun solltet – und das können wir gar nicht oft genug sagen –, ist: re-den 😉! Kommunikation ist für alle wichtig, das wissen wir. Hier ist sie aber geradezu unverzichtbar. Sprecht mit eurem Gegenüber über eure Ängste und Gefühle, darüber, welche Berührungen euch guttun und welche schmerzen. So kann sich die andere Person am besten auf euch einstellen.
Wer hätte gern eine Massage?
Endometriose kann dazu führen, dass bestimmte Körperbereiche, die beim Sex beansprucht werden, weniger beweglich sind – etwa das Becken. Bewegung wie Spazierengehen und Yoga kann helfen, wieder geschmeidiger und beweglicher zu werden. Auch eine Massage ist wunderbar geeignet, um den Körper zu entspannen und Verspannungen zu lösen! Sie schafft nicht nur eine romantische Atmosphäre, sondern tut auch Körper und Geist gut. Das kann helfen, die Angst vor Schmerzen zu lindern. Duftende Öle, Massagekerzen oder knisternder Massageschaum – sucht euch euer liebstes sinnliches Pflegeprodukt aus!
Auf geht’s!
Um Lust zu wecken, ohne Schmerzen auszulösen, konzentriert euch zunächst auf den äußeren Teil der Klitoris. Wenn ihr ihn mit einem Sextoy, den Fingern oder der Zunge stimuliert, steigt die Erregung langsam an und euer Körper kann sich entspannen. Der Bereich tief in der Vagina ist von endometriosebedingten Schmerzen besonders betroffen. Tiefe Penetration kann daher auf die schmerzhaften Läsionen drücken und die Schmerzen verstärken. Manche Stellungen eignen sich besser als andere, um diese empfindlichen Bereiche zu schonen. Wählt solche, bei denen die Penetration nicht so tief ist. Solo sind kurze G-Punkt-Sextoys eine gute Wahl.
Noch ein letzter Tipp, der für alle gilt: Benutzt Gleitgel! Endometriose kann unangenehme und schmerzhafte Scheidentrockenheit verursachen. Außerdem hilft Gleitgel ganz einfach dabei, die Reibung und die wirklich unangenehmen Reizungen bei der Penetration zu vermeiden.
Zum Schluss möchte ich euch wie immer ans Herz legen: Hört auf euren Körper und lasst es langsam angehen! Nehmt euch Zeit und tut, was euch guttut. Darauf kommt es an.
Bis bald! 💜



